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Grillen und chillen, schnuppern und einkaufen: Die fünfte kulinart frühling in der Phoenixhalle im Römerkastell Stuttgart kam bei den rund 70 Ausstellern und 5.200 Besuchern bestens an und versprühte viel Charme und gute Laune. Die Genussmesse mit Stil fühlt sich eindeutig wohl im Stuttgarter Frühling.

 

Sich einen halben Tag lang durchschnabulieren, mal rauskommen, den Frühling erahnen und sich einlassen. „Das ist was „Besonderes“, freut sich eine Besucherin der kulinart frühling und ordert am Stand der Offinger Manufaktur Göschle zielstrebig „dreimal Trüffelbutter in drei Tüten“. Der Grundstein für den ganz persönlichen Erlebnisparcour ist gelegt. Auf der Suche nach heimlichen Lieblingsstücken verfolgt am Marktplatz der Köstlichkeiten und ausgewähltem Design jeder seiner eigenen Philosophie. Und das sehr erfolgreich.

Frank Hellmond aus Ravensburger überscgt sich beinahe vor Lob über die Stuttgarter Genussmesse kulinart frühling. Seine erst vor wenigen Monaten gegründete „Ölkooperative“ hat sich auf täglich frisch gepresstes, naturbelassenes Lein-, Hanf- und Sonnenblumenöl in Rohkostqualität spezialisiert und damit beim „super interessierten, g`scheiten Stuttgarter Publikum“ stark gepunktet: „Wir haben tolle Gespräche über Esskultur und die Wertigkeit von guten Lebensmitteln geführt. Die Kollegen schätzen unsere Produkte. Wir haben gute Kontakte zu Händlern gefunden. Der große Zulauf hat uns überrascht. Die Atmosphäre ist so familiär, einfach unglaublich“.

„Das ist es, was die Messe ausmacht: das Familiäre“, sagt ein italienisches Temperament, das mit kulinart von Anfang an verwurzelt ist: Sandro Fazio vom Onlineshop Sanviva. Die Peilung in seinem Revier ist immer ein herzliches Lachen: „Meine Stammkundschaft wartet jedes Frühjahr schon auf den Termin. Die nehmen sich eine Stunde Zeit, probieren und bestellen dann bis zur Herbst-kulinart“. Besonders glücklich ist Fazio in diesem Jahr über sein eingeklinktes Enoteca-Bistro mit Antipasti aus Klassikern des Sortiments und ganz besonderen Weinempfehlungen. Der interessierte Laie erfährt eine kurze Kurskorrektur: „Ein paar Cent mehr für ein gutes Öl zum Braten, soviel darf sein! Wissen Sie überhaupt, dass Olivenöl am Magen vorbei ins Lymphsystem geht und die wertvollen Inhaltsstoffe von dort aus direkt in die Blutbahn?“ Erstaunlich, wo das alles herkommt und hin will.

Beate Kringler vom taufrisch gestarteten Unternehmen „grün-gut“ präsentiert ihre Smoothies aus dem Turbo-Mixer bissfest, sehr fruchtig und so frisch, als ob man just barfuss in Mutters Gemüsegarten steht. Nebenan fühlt sich „Die Landfrau“ in ihrem Element. Als „Bewahrerin“ frisch gemachter Einweck-Kunst genießt Birgit Neußer die Neugier ihrer Kundschaft, deren Erfahrung im Umgang mit Lebensmitteln und die „schöne Atmosphäre“. Die Stimmung wird aufgefangen von Jens Heilers Whisky-Mobil, das zur kulinart frühling randvoll ist mit schottischer Feinkost und handlichen Bierflaschen unter spannenden Etiketten: „Red Ale“, sagt Barmann Giancarlo Carmeni, „ist ein Widerspruch an sich. Es schmeckt fruchtig und ist erst im Abgang bierherb“. Eine Brauinnovation, die derzeit auch die Schotten Furore macht.

„Chaos, Sinnlichkeit und gutes Essen - so soll es sein“, meint Diplom-Porzellan-Designerin Sabine Weissbrich aus Erlangen und schreibt es in feiner roter Glasur auf ihr filigranes Frühstücks-Geschirr. Beim Gewürz kommt man direkt zum passenden Gefäß, beim Wein zum Champagnerbecher. Der ist ein ganz ungewöhnliches Erlebnis. Durch das matte Bisquit-Porzellan hindurch ist das Klima des Champagners zu spüren. Der handgemalte Goldrand im Innern schmeichelt Ästhetik und Lippen. Als Galionsfigur auf wettergegerbten Brettern präsentiert Heiko Waidelich vom gleichnamigen Sägewerk in Waldenbuch bei kulinart ein Relief-Mosaik aus altem Boots- und Möbelholz, direkt aus Indonesien und Burma. Das Upcycling mit Urlaubs-Effekt führt bei kulinart-Kunden zu ungläubigem Erstaunen.

Innovator Stefan Bless von der gleichnamigen Möhringer Metzgerei-Manufaktur hat in diesem Jahr 12-Jahre-alten Bourbon Whisky und drei Tage gerauchten Schweinebauch samt Chili und Balsamico in Marmelade gepackt. Als Brotaufstrich die ultimative Melange. Brigitte Schmitt von Château d’ Arlus freut sich unbändig über ihr außergewöhnlich „sonniges“ Publikum und supergute Laune!“ Gedrängt von ihren Stammkunden hat Kirsten Baur von „Alles Vanille“ ihr Sortiment um ein „Chili Labor“ erweitert, das selbst ausgekochte Feuerschlucker reizt. Etwa mit der hausgetrockneten Ur-Schärfe der „Trinidad Scorpion“ – die fast schärfste Chili der Welt. Vis à vis ein „Limoncello auf Chili-Wodka-Basis, ein gepepperter Likör und Chili-Sirup mit ganzen Früchten zum Glasieren und Abschmecken in seiner ganzen fantasievollen Vielfalt.

Auch deshalb zieht es Ellen und Tochter Viola aus Fellbach immer wieder zur kulinart ins Römerkastell: „Es ist wichtig, dass es in Stuttgart diese kleine feine Food-Messe gibt mit diesem breiten Angebot und mit den ganz speziellen Ausprägungen. Da ist nichts 0815. Das hat Atmosphäre. Und man entdeckt immer wieder Neues. Für uns bleibt das auch in Zukunft ein wichtiger Anlaufpunkt“.

So sind zwei wundervolle schöne Genusstage leider schon wieder zu Ende. Genießer in Stuttgart haben sich natürlich den nächsten Termin in Stuttgart am 14. und 15. November 2015 schon längst eingetragen. Bis dahin kann man ja auch direkt die Aussteller in der Region in ihren Läden besuchen oder in ihren Onlineshops einkaufen. Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Frühling und schönen Sommer voller Genuss. Bis zum nächsten Mal.